@charlotte – Mit dem grünen Zukunftspakt aus der Krise

„Die Möglichkeit, alte Gewissheiten zu hinterfragen“
Corona hat vieles verändert. Diskussionen laufen anders – oftmals online anstatt von Angesicht zu Angesicht. Und es ergibt sich die Gelegenheit innezuhalten und über Zielsetzungen nachzudenken. Einen Ansatz dafür hat die Grüne Bundestagsfraktion mit ihrem „Grünen Zukunftspakt“ vorgelegt. Die Bundestagsabgeordnete Charlotte Schneidewind-Hartnagel präsentierte diesen nun Grünen-Mitgliedern in ihrem Wahlkreis Odenwald-Tauber – erstmals via @charlotte, ihrer neuen Online-Veranstaltungsreihe.

Schneidewind-Hartnagel begrüßte die Teilnehmer*innen mit der Ankündigung, ihre Fraktion wolle die Ausnahmesituation wegen der Corona-Krise nutzen, um Deutschland und Europa besser für die großen Herausforderungen der Zukunft aufzustellen.

„Ob Klimaschutz oder Digitalisierung, ob Gleichstellung oder europäische Solidarität – die Corona-Krise zeigt uns, wo wir Nachholbedarf haben, aber auch, was dank gemeinsamer Anstrengungen möglich ist“, sagte sie. „Die Corona-Krise bietet uns die Möglichkeit, alte Gewissheiten zu hinterfragen.”

Corona-Folgen und immense Zukunftsherausforderungen
Klassische Konjunkturprogramme? Diese sind nach Einschätzung der grünen Fraktion nicht mehr zeitgemäß und helfen angesichts der sozialen und wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise und der gleichzeitig immensen Zukunftsherausforderungen nicht weiter.

„Im weltweiten Vergleich ist Deutschland zwar relativ glimpflich davongekommen, aber es liegen riesige Aufgaben vor uns“, erklärte Schneidewind-Hartnagel. „Aus dieser Krise kommen wir nicht mit klassischen Konjunkturprogrammen, die das Alte restaurieren, sondern indem wir in eine soziale und ökologische Wirtschaftswende und in den Zusammenhalt unserer Gesellschaft investieren.“

Ziel: Nachhaltiger Wohlstand
Deutschland soll nicht nur als Wirtschafts-, sondern auch als Wissenschaftsstandort gestärkt werden. Statt sich gegenüber den Nachbarn abzuschotten, müsse das Land sich um die Verbesserung des europäischen Zusammenhalts und der internationalen Solidarität bemühen. Das zentrale Ziel der Grünen im Bundestag sei ein nachhaltiger Wohlstand.

Die Grünen streben mit dem Zukunftspakt eine klimaneutrale Wirtschaft an. Die Grenzen des globalen Ökosystems sollen geachtet werden. Wirtschaften und der Schutz von Klima und Natur dürften nicht mehr im Widerspruch zueinander stehen. Eine Kreislaufwirtschaft müsse Abfälle vermeiden, den Raubbau an Ressourcen beenden, Rohstoffe immer wieder neu verwenden, auf reparaturfreundliche Produkte setzen und zu 100 Prozent mit erneuerbaren Energien angetrieben werden.

Mitglieder des Kreisverbandes lobten den Schritt, dass der Kauf von Autos mit klimafreundlichen Antrieben besonders gefördert werde.

Gesellschaftliche Vielfalt und Gleichstellung fördern
Schneidewind-Hartnagel unterstrich, dass es beim Grünen Zukunftspakt um mehr gehe, als um wirtschaftliche Fragen. So träfen die Corona-Folgen gerade Frauen mit doppelter Härte. Einerseits leisteten sie den Großteil der sogenannten systemrelevanten Arbeiten, vom Krankenhaus bis zur Supermarktkasse, und würden dabei schlechter bezahlt. Andererseits gäben sie ihre Jobs eher auf, weil sie bei geschlossenen Kitas und Schulen wieder den Großteil der Betreuungsarbeit übernähmen.

Schneidewind-Hartnagel: „Wir wollen wir die Weichen so stellen, dass sich strukturell etwas verändert – weit über die Corona-Zeit hinaus. Wir wollen langfristig gesellschaftliche Vielfalt und Gleichstellung stärken.“