Pflege durch An- und Zugehörige muss besser unterstützt werden

Zur DIA-Studie 50PLUS des Deutschen Instituts für Altersvorsorge erklären Charlotte Schneidewind-Hartnagel, Sprecherin für Zeitpolitik, und Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Alten- und Pflegepolitik:

Pflege in der Familie, im Freundeskreis oder in der Nachbarschaft muss besser unterstützt werden, denn pflegende An- und Zugehörige bringen viel in die Versorgung ein. Drei von vier pflegebedürftigen Menschen werden in Deutschland aktuell zu Hause versorgt – zwei von drei Pflegebedürftigen gänzlich ohne die Unterstützung durch professionelle Betreuungs- oder Pflegedienste. Fast fünf Millionen Menschen pflegen Angehörige, Nachbarinnen und Nachbarn oder Freundinnen und Freunde. Nicht nur aufgrund der Größe dieser Gruppe sind die Leistungen, die diese Menschen erbringen, gesellschaftsrelevant.

Für viele Menschen, die sich um Pflegebedürftige kümmern, bedeutet das Engagement einen Kraftakt. Untersuchungen zeigen, dass die Belastungssituation in den letzten Jahren gestiegen ist.

Wir machen uns deshalb mit der Pflegezeit Plus für eine steuerfinanzierte Lohnersatzleistung stark, mit der wir den Menschen unter die Arme greifen wollen, die ihre Zeit, ihre Kraft und ihr Herz für andere investieren. Einen nahestehenden Menschen zu pflegen und erwerbstätig zu sein, soll für alle vereinbar sein. Das Engagement dieser Menschen ist Baustein einer Sorgekultur und Ausdruck einer gesellschaftlichen Solidarität.